Der Beruf Psychoorganischer Analytiker
Psychoorganische Analytikerinnen und Analytiker unterstützen ihre Klienten (Klient (lat.) Auftraggeber; Patient (lat.) Dulder; Kranker in Behandlung),
indem sie ihnen dabei helfen, für Probleme und Fragestellungen, die das Leben mit sich bringt, eigene Lösungen und Antworten zu finden.
Dabei geht es darum, die innere Welt zu entdecken, Lebenswerte zu reflektieren und neue Lebensmöglichkeiten für sich selbst und für die Interaktionen
mit anderen aus den ungelebten Möglichkeiten des Unbewussten zu schöpfen. Misserfolge und Konflikte werden dabei nicht nur als Erfahrungen von Leid und Unzufriedenheit gesehen, sondern auch als positive – wenn auch
ungeschickte, unzweckmäßige – Versuche, die tiefen und intakten Wünsche und Bedürfnisse zu verwirklichen.
Die Entwicklung neuer Lebensmöglichkeiten durch die Arbeit mit dem Unbewussten - das ist ein wesentlicher Aspekt dieser Arbeit.
Allerdings kann das Unbewusste nicht direkt wahrgenommen werden, so dass es wichtig ist, die auftauchenden Artikulationen des Unbewussten zu hören, zu
erkennen und geeignet darauf zu antworten. Das erfordert einen klaren Rahmen und ein Verständnis der Theorie, der Haltungen und Techniken, die es gilt mit einer gewissen Kunstfertigkeit einzusetzen.
Klientinnen und Klienten nutzen für sich selbst einen geschützten Raum der Vertraulichkeit, den Psychoorganische Analytiker ihnen bieten und in dem
das Erscheinen des Selbst sich vollzieht.
Psychoorganische Analytiker hören darauf, welchen Sinn Klienten ihrem Leben geben wollen und welche Integration sie vollziehen, um ihren Platz in der
Gesellschaft zu realisieren. Für Psychoorganische AnalytikerInnen ist es fundamental, diese Wahlen zu respektieren.
In der Psychoorganischen Analyse kann sich für Klientinnen und Klienten herausstellen, dass Symptome und Befindlichkeitsstörungen auf einen Sinn
verweisen, den sich das Subjekt erschließen kann.
Wenn also die Arbeit mit dem Unbewussten ein wesentlicher Teil ist, dann geht es dabei genau so um das eigene Unbewusste wie um das der Klienten.
Dies bedeutet für Analytiker andererseits, den eigenen Wahlen im Leben und deren Sinn treu zu bleiben und so die Verantwortung für den eigenen
lebenslangen Lernprozess zu besetzen. Dies hilft dabei, sich der eigenen – manchmal verborgenen – Projekte und Intentionen im Beruf und im Leben bewusst zu werden und das Bewusstsein seiner Selbst zu klären.
Eigene Probleme als Lernmöglichkeiten zu akzeptieren, eine gewisse Neugier auf noch nicht gelebte Möglichkeiten und sich auf eigene
Entwicklungsschritte freuen sind eine gute Voraussetzung, diesen Beruf auszuüben.
Weil wir diese Aspekte für nachhaltig wichtig halten verbindet unser Training drei Lernebenen miteinander: Selbsterfahrung und Eigenanalyse erleben;
Theorien, Haltungen und Techniken lernen und: diese in übender Praxis anwenden und reflektieren.
Durch die Mitgliedschaft in ihrem Berufsverband dokumentieren Psychoorganische Analytikerinnen und Analytiker untereinander und gegenüber ihren
Klienten und der Gesellschaft, dass sie für die Sicherung der Qualität der eigenen Arbeit eintreten. Diese besteht darin, das eigene Bedürfnis nach Fortbildung und Supervision anzuerkennen und die ethischen
Prinzipien bei der Arbeit (Vertraulichkeit, Verbot sexueller Kontakte mit Klienten, u.a.) einzuhalten.
Sich auf diesen Weg einzulassen kann auch bedeuten, auf eine gewisse unumkehrbare Weise mit den kreativen Möglichkeiten seiner Selbst im Kontakt zu
sein.
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